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Warenkreditversicherung – Änderungen im Sommer 2021

Liquidität der Unternehmen wird beeinflusst, sorgen Sie vor

Im Rahmen der Corona Pandemie hat die Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2020 einen Schutzschirm für Warenkreditversicherungen in Höhe von 30 Milliarden Euro verabschiedet. Eine Warenkreditversicherung setzen Händler, Dienstleister, Industrie … ein, um den Kauf auf Rechnung mit einem vereinbarten Zahlungsziel abzusichern. Die Absicherung beträgt hierbei zwischen 80 und ca. 90% der Forderung. Warenkreditversicherer vereinbaren mit dem Versicherungsnehmer einen sogenannten unbenannten Teil (Kunde muss bis zu dieser Summe nicht angemeldet werden) und darüber hinaus individuelle Limits pro Kunde.

Dieser Schutzschirm hat die Warenkreditversicherer „beruhigt“, denn das Risiko hat zu einem großen Teil die Bundesrepublik Deutschland übernommen. Eine Anpassung der Limits erfolgte seitens der Kreditversicherer weiterhin, jedoch nur bei harten neg. Veränderungen. Für die Unternehmen bedeutete es weiterhin Ware auf Rechnung zu erhalten und somit die Liquidität zu stärken.

Dieser Schutzschirm wird im Sommer 2021 enden und Handelsverbände laufen aktuell Sturm und fordern die Regierung auf, diesen Schutzschirm über den Sommer hinaus zu verlängern.

Was die Handelsverbände jedoch nicht beachten, ist der Wunsch der Kreditversicherer, denn diese sind tendenziell gegen eine Verlängerung und möchten den Markt gerne neu sortieren. Als Argument werden hierbei die hohen Kosten für die Versicherungen genannt. Aus diesem Grund steht es fest, dass die Prämien steigen (höheres Risiko). Ebenso werden die individuellen Limits angepasst und die Liquidität der Unternehmen ggf. neg. beeinflussen.

Die HEMMELMANN CONSULTING sieht das Instrument „Warenkreditversicherung“ als einen Baustein in der Unternehmensfinanzierung, jedoch wird es niemals einen Firmenkredit (Betriebsmittel) ersetzen. Zukünftig ist davon auszugehen, dass es eine Reduzierung bzw. vorsichtigere Vergabe von Wareneinkaufslimits geben wird. Die großen Versicherer wie Euler Hermes, Artradius und Coface werden unseres Erachtens stären den Markt bereinigen, als eine R+V Versicherung, die die Wechselwirkung mit den Volksbanken beachten muss und auch wird. Die R+V und VHV Versicherung haben zudem eher viele kleine Kunden, die anderen dagegen große Player. Das Risikomanagement ist folglich anders und mit großer Wahrscheinlichkeit auch moderater.

Was können Sie konkret tun?

  1. Betreiben Sie eine aktive Finanzkommunikation
  2. Überwachen Sie Ihre Ratingnote und nehmen aktiv Einfluss
  3. Planen Sie weitere Liquiditätsreserven ein, hierzu können Betriebsmitteldarlehen der KfW sehr hilfreich sein. Der Sommer 2021 kommt schnell, daher jetzt aktiv werden.
  4. Ermitteln Sie Ihre Debitoren- und Kreditorenlaufzeit und bringen diese in „Einklang“
  5. Überdenken Sie Ihre Zahlungsmodalitäten und nehmen Sie ggf. Abschlagszahlungen
  6. Die freie Liquidität sollte mittels einer Liquiditätsplanung ermittelt und wöchentlich angepasst werden. Als Faustformel sollten Sie 15% vom Umsatz als freie Liquidität haben. Vor der Corona Pandemie lag unsere Empfehlung bei 10% (wobei wir den Bedarf immer genau mittels Liquiditätsplanung ermitteln)
  7. Überprüfung der Bankbeziehung; denn nicht jeder Bank passt zu jedem Unternehmen. Wir raten auch zu einer 2-3 Bankenstrategie, darunter verstehen wir keine Onlinebank wie N26, Holvi, Penta und Co.

Sollten Sie bei der Finanzkommunikation und / oder bei der Unternehmensfinanzierung / Firmenkredite Fragen haben, dann können Sie uns gerne kontaktieren. Sie erreichen uns wie folgt:

Email: info@hemmelmann-consulting.com

Telefon: 02361-8908820

Persönlich:

Augustinessenstr. 10, 45657 Recklinghausen

oder

Sultan Selim Mah. Lalegül Sk. No:10, NEF09 A Blok 67, 34415 Kagithane, Istanbul