Unternehmensfinanzierung – die richtige Form für den Dienstwagen
Die Entscheidung für ein neues Auto ist eine große Investition, die gut durchdacht sein will. Neben der Wahl des Modells und der Ausstattung stellt sich vor allem die Frage nach der Finanzierung: Kaufen (bar), Leasen, Finanzieren oder Mietkauf? Jede dieser Optionen hat ihre eigenen Vor- und Nachteile, die es abzuwägen gilt. In diesem Blogartikel beleuchten wir alle Möglichkeiten detailliert, damit Sie die für Sie beste Wahl treffen können.
1. Autokauf (bar): Der Klassiker mit voller Entscheidungsfreiheit
Bilanzielle Auswirkungen:
- Beim Barkauf aktiviert das Unternehmen das Fahrzeug als Anlagevermögen in der Bilanz. Die Anschaffungskosten werden über die Nutzungsdauer des Fahrzeugs abgeschrieben.
- die Liquidität wird belastet und sollte anschließend nicht jede Rechnung mittels Skonto bezahlt werden können, lohnt sich in der Regel eher eine Finanzierungsform
2. Leasing: Flexibilität und kalkulierbare Raten
Bilanzielle Auswirkungen:
- Beim Leasing wird das Fahrzeug nicht im Anlagevermögen des Unternehmens bilanziert. Die Leasingraten werden als Mietzahlungen im Gewinn- und Verlustkonto aufwandswirksam behandelt.
- Die Liquidität wird dabei geschont und der Kunde kann den Wagen am Ende der Laufzeit zurückgeben oder abkaufen.
- Es muss zwischen Kilometerleasing und Restwertleasing unterschieden werden. Beim Restwertleasing trägt der Leasingnehmer das Risiko der Wertentwicklung.
- Häufig gibt es am Vertragsende Streitigkeiten zum Thema „was sind altersübliche Gebrauchsspuren“
3. Autofinanzierung: Ratenzahlung mit Eigentumsanspruch
Bilanzielle Auswirkungen:
- Bei der Finanzierung wird das Fahrzeug als Anlagevermögen in der Bilanz aktiviert. Die Anschaffungskosten werden über die Nutzungsdauer des Fahrzeugs abgeschrieben.
- Der Kredit wird als Verbindlichkeit in der Bilanz passiviert. Die Zinsen für den Kredit sind als Finanzierungskosten im Gewinn- und Verlustkonto absetzbar.
4. Mietkauf: Eigentumsrecht nach Ratenzahlung
Bilanzielle Auswirkungen:
Echter Mietkauf:
- In der Anschaffungsphase wird das Fahrzeug nicht bilanziert. Die Mietraten werden als Mietzahlungen im Gewinn- und Verlustkonto aufwandswirksam behandelt.
- Nach der Kaufoption wird das Fahrzeug als Anlagevermögen in der Bilanz aktiviert. Die Anschaffungskosten werden über die Nutzungsdauer des Fahrzeugs abgeschrieben.
Unechter Mietkauf:
- Das Fahrzeug wird von Anfang an als Anlagevermögen in der Bilanz aktiviert. Die Anschaffungskosten werden über die Nutzungsdauer des Fahrzeugs abgeschrieben.
- Die Mietraten werden anteilig in Zinsen und Tilgungskosten aufgeteilt. Die Zinsen sind als Finanzierungskosten im Gewinn- und Verlustkonto absetzbar.
Fazit
Die Wahl der richtigen Finanzierungsform für ein Auto hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z. B. der finanziellen Situation des Unternehmens, der gewünschten Flexibilität und den bilanziellen Auswirkungen. Es ist wichtig, alle Optionen sorgfältig abzuwägen und die Vor- und Nachteile zu beleuchten, bevor eine Entscheidung getroffen wird.
Sehr häufig ist jedoch die Form des Mietkaufs die beste Option, denn hier ist die maximale Flexibilität gegeben. Mietkaufangebote sind selten über die Herstellerbanken zu erhalten, sondern eher über freie Leasinggesellschaften.
Kommt es dem Unternehmen nur auf die reinen Kosten an, so wird am Ende der Laufzeit die günstigste Option der Barkauf sein. Vorausgesetzt, dass das Unternehmen auch weiterhin immer Skonto ziehen kann. Sollte das Unternehmen im Anschluss kein Skonto mehr ziehen können (aufgrund der Liquidität), so ist der Barkauf die teuerste Form.
Viel entscheidender sollte für ein Unternehmen jedoch auch die Auswirkungen für weitere Finanzierungen sein. Die Entwicklung der Eigenkapitalquote und der Kapitaldienstfähigkeit muss regelmäßig überwacht werden.
Aber nicht nur die reinen Kosten spielen eine Rolle, sondern auch die Geschäftsbeziehungen zu der Hausbank. Will man später noch weitere Finanzierungen bei der Bank einreichen, dann sollte man vorher denen bereits Geschäft geben und so beweisen, dass man ein zuverlässiger Geschäftspartner ist.
Braucht man keine weitere Finanzierungen bei der Bank und ist einem die Geschäftsbeziehung gleich, dann sollte man die günstigste Form wählen. In der Regel Barkauf, dann Herstellerfinanzierung, dann Bankfinanzierung und zum Schluss Leasing und Mietkauf.
KfW Finanzierungen können ebenfalls zur Autofinanzierung genutzt werden
Gerade bei Gründern werden Fahrzeuge über die KfW in Kombination mit Betriebsmittel finanziert. Diese Art ist durchaus sinnvoll, denn reine Betriebsmittelfinanzierungen sind nicht so gern gesehen. Wer seine Chancen auf das KfW StartGeld, Programm 067, einmal ausrechnen lassen möchte, kann dieses gerne HIER kostenlos machen.